Kaffee, Kaffee, Kaffee: Gilmore Girls are back

Eine der beliebtesten Serien der 2000er. Ein amerikanisches Konstrukt: Mutter und Tochter in einer fiktiven Kleinstadt, die symbiotisch aufeinander hocken und über das Leben reden. Eigentlich klingt das total lahm und ein bisschen reaktionär.

Passend zur kuschligen Winterzeit, sind sie zurück – Lorelai und Rory Gilmore. Sie sind Mutter und Tochter. Lorelai hat Rory mit 16 jungen Jahren geboren und alleine großgezogen. Der Serienzuschauer stieg im Jahr 2000 in das Leben der Gilmore Girls ein, als Rory 16 und Lorelai 32 Jahre alt waren. Die Protagonistin ist also eine allein erziehende Mutter – ein Thema, das in den frühen 2000er-Jahren schon längst durch ist? Ganz im Gegenteil: Über sieben Jahre durften wir Zeuge sein wie aus der jungen Mutter eine Hotelbesitzerin und Geschäftsfrau wurde und aus dem begabten Schulmädchen eine gebildete junge Frau.

Chancengleichheit: Pustekuchen!

In bester anarchistischer Art und Weise quasseln die beiden über alle Themen die Frau heute, gestern und morgen beschäftigt. Lauren Graham ist die wunderschöne und irre witzige Lorelei, der kaum ein Mann widerstehen kann. Sogar die realen Männer die ich kenne, sind ihr erlegen.
Alexis Blendl als Rory gibt ihre überaus talentierte und besonnene Tochter, der kaum ein Fehler, und wenn dann doch, stets charmant unterläuft. Dabei spielt die Serie bewusst mit Klischees: einerseits begleiten wir zwei selbständige, kluge und gebildete Frauen auf ihrem Weg, sehen aber auch, müssen aber auch mit ansehen, dass Vieles in ihrem Leben nicht funktioniert hätte, wenn es nicht die vermögenden Großeltern gäbe, die finanziell immer dann einspringen, wenn es eng wird. So ist Rorys Elite-Ausbildung, die mit einem Hochschulabschluss an der renommierten Yale Universität endet nur deshalb möglich – also sind wir mal ehrlich: Chancengleichheit gleich Pustekuchen!

Sie verzaubern gerade deshalb

Dennoch oder gerade deshalb verkörpern die beiden ein Vorbild: Ich selbst bin Mutter und natürlich auch Tochter mit der Meinung, dass es nicht klug ist, seine Mutter oder seine Tochter als beste Freundin zu betiteln. Und doch erschleicht mich immer wieder ein kleines Neidgefühl von dieser so innigen Beziehung zweier Frauen, die sich näher kaum sein können. Die beiden zeigen uns, es geht (irgendwie): viel zu jung schwanger, sich seinen elitären Eltern entziehen und die kleine Tochter alleine groß ziehen, ohne dabei an sozialer Stärke und menschlicher Größe zu verlieren.
Rory geht schließlich nach Yale und Lorelei leitet ihr eigenes Hotel. Und obwohl wir die Realität kennen und wissen, dass es hier dann eben doch nur eine amerikanische Geschichte ist, so sehr freuen wir uns über diese zwei normalen und uns fast zu ähnlichen Frauen unserer Zeit, die trotz allem vermitteln: seid mutig, kostet es, was es wolle!

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 Pointiertes Gequassel – wir lieben es!

Fein und spitzfindig geschrieben und in bester pointierter Form vorgetragen, bleiben mir die Kaffeesucht und das herrliche Gequassel der beiden im Gedächtnis. Sprüche wie: „Oh, die Verbindung bricht ab, das Haus fährt durch einen Tunnel!“ oder Dialoge wie: Lorelai: „Ich bin eine erwachsene Frau!“ Rory: „Sagt die Frau mit einem Hello-Kitty-Waffeleisen“, gehen für mich in die Legende der besten Serienzitate ein. Und ich bin eine Expertin, seit Sex and the City, lustige Frauen zu zitieren.

Die nächste Runde

Nun ging das urbane Märchen aus Stars Hollow in eine nächste Runde. „Life in a year „ist die Fortsetzung knapp zehn Jahre später. Rory und Lorelai flimmern wieder über die Bildschirme. Netflix, derzeit überaus erfolgreich in Serienformaten, hat sich den beiden Mädels angenommen und für uns vier neue Folgen produziert. Die Girls auf der ganzen Welt sind aus dem Häuschen. Alle Plattformen für Frauen haben berichtet, geträumt und mitgefühlt. Es wurde spekuliert, gemutmaßt und der Countdown runter gezählt. Es ist ein Jahr im Schnelldurchlauf – und das ist es auch, was eingefleischten Gilmore-Fans negativ auffällt: Es ist einfach zu viel in die vier Folgen hineingepackt: von der Babywunschklinik bei der natürlich Paris Geller die Inhaberin ist, über Zack, der in zehn Jahren um 30 Jahre gealtert ist und täglich in einem Anzug zur Hep Alien-Bandprobe erscheint und erst im T-Shirt wieder er selbst ist, bis zum überaus traurigen Verlust des stets vornehmen und humorvollen Grandpa, Richard Gilmore (Edward Herrmann† 31.Dezember 2014).

Unserer Meinung nach, wären noch mal Frühling und Sommer durchaus angemessen gewesen um die Entwicklung der jeweiligen Figuren stressfrei zu erzählen.
Aber, und das ist das Gute, am Ende dieses Jahres sieht es ganz nach einer Fortsetzung aus … ❤

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