Von Unterschieden

“Make a Difference” – ein soziales Projekt, das gerade ohne viel Einfluss einen Unterschied macht, aber auch von Unterschieden erzählt, nämlich denen der Ungleichheit.

Vergangene Woche traf ich Lena. Sie hat vor über vier Jahren angefangen für ein soziales Projekt Geld zu sammeln. Was als Schulprojekt begann, ist heute richtig groß. Lena hat mir erzählt, wie ihr Herzensprojekt gewachsen ist und an welchem Punkt sie heute steht.

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Irgendwie war es nicht das Richtige

Eigentlich wollte Lena eine Zeitung machen. Sie war auf der Suche nach einem passenden Projekt für die sogenannte Achtklassarbeit – ein fester Bestandteil der achten Klasse auf der Waldorfschule. In dieser Phase muss sich jeder Schüler über mehrere Monate mit einem selbstgewählten Thema beschäftigen und am Ende präsentieren. Das mit der Zeitung war aber irgendwie nicht das Richtige: “Ich wollte was mit Nutzen machen und nichts, was nach dem Projekt einfach in irgendeiner Ecke liegt und niemand mehr braucht.”, erzählt Lena.

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Eine Idee entstand

Ein soziales Projekt zu unterstützen hatte sie gar nicht im Sinn. Eine Freundin ihrer Mutter erzählte nur zufällig genau in ihrer “Findungsphase” von ihrem mehrmonatigen Aufenthalt als Volunteer im St. Moses Childrens Care Center, einem Waisenhaus in Uganda. Genauer gesagt in Jinja, 80 Kilometer östlich von Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Als Lena davon hörte, entstand eine Idee in ihrem Kopf. Und plötzlich ging es um etwas ziemliches Großes für eine damals 13-jährige Achtklässlerin: Mit Lena goes Africa startete im September 2012 ein Schulprojekt. Heute ist Lena 17 Jahre alt und aus dem Schulprojekt von damals ist Make a Difference geworden.

Ein großes Ziel

Alles begann mit einem Spendenbrief im September 2012. Den schickte Lena an Freunde und die Familie. Und obwohl Lena am Anfang große Bedenken hatte, ob sie diesem Projekt als 13-Jährige gerecht werden würde, mit dem Spendenbrief war der Anfang gemacht und mit der Unterstützung ihrer Eltern zeigte sie dann, was man alles erreichen kann, wenn man einfach mal macht: Sie baute einen Infostand am Weltkindertag in Darmstadt auf, verschaffte sich eine Stimme beim Circus Projekt Waldoni, um Kinder in ihrem Alter zu erreichen. Lena ging aber auch in andere Schulen und präsentierte dort ihr Projekt. Vieles lief über Mund zu Mund Propaganda. Allerdings nicht alles. Die Berichterstattung in regionalen Medien trug auf jeden Fall auch einen großen Teil zu dem Erfolg bei. Alles, was Lena in der Zeit auf die Beine stellte, hatte ein großes Ziel: “So viel Geld wie möglich für Kinder, denen es nicht so gut geht wie mir, zusammen zu bekommen.”

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Von Bedenken, Zweifeln und dem inneren Antrieb

Klingt irgendwie alles ziemlich professionell und gradlinig. So war es aber keineswegs. Für Lena war das eine Zeit, in der sie sich durchaus beweisen musste, zumal erst 13 Jahre jung.

In deinem Alter funktioniert so was doch nicht, ohne Geld und Einfluss kann man keinen Unterschied machen, aber genau das wollte ich zeigen – jeder kann etwas auf die Beine stellen, man kann alles schaffen, wenn man es wirklich will.

Zu Beginn ihres Projekt holte sie sich deshalb Rat bei einer professionellen Fundraiserin. Sie stand ihr unterstützend zur Seite, sagte Lena aber auch ganz klar, dass sie nicht zu große Erwartungen haben solle, schließlich sei sie noch so jung. Lenas Antrieb war jedoch größer. Und die Unterstützung ihrer Eltern mindestens genauso groß. Als dann einer der ersten großen Artikel über ihr Projekt erschien, machte das Lena ziemlich stolz und gab ihr einen großen Motivationsschub. Die Zeit von September 2012 bis März 2013 verging wie im Flug und endete mit Lenas Präsentation ihres Spendenprojekts in der Schule.

Von unfairen Unterschieden

Strahlend erzählt Lena, dass ihre Eltern ihr eine dreiwöchige Reise nach Uganda in den Osterferien 2013 schenkten. Ihre Mutter begleitete sie. Lena bekam dadurch die einmalige Möglichkeit zu sehen, wo das Geld, das sie gesammelt hatte, hin ging. Und die drei Wochen bei den Kindern im St. Moses Waisenhaus, wo sie mit ihrer Mutter in der Zeit wohnte, veränderten alles:

Ich habe die Slums in Uganda gesehen. Das war echt heftig und ich habe es mir ehrlich gesagt auch nicht so schlimm vorgestellt. Die Kinder in St. Moses sind trotz allem so lebensfroh, so lebensbejahend – sie machen aus so wenig so unfassbar viel.

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Lena erzählt das sichtlich ergriffen. Nach der Reise mit ihrer Mutter nach Uganda stand für sie fest, „Ich mache weiter!“. Der Name “Lena goes Africa” kam ihr aber nicht mehr passend vor. Bei dem Schulprojekt ging es irgendwie noch um sie, fortan sollte es aber nicht mehr um Lena gehen, sondern nur noch um die Sache. Der Name Make a Difference entstand vor allem aus dem Ziel des Projekts:

Es geht darum einen Unterschied zu machen, aber auch zu zeigen, dass es auf dieser Welt enorme Unterschiede gibt.

Lena hat mit ihrem Schulprojekt von September 2012 bis März 2013 unglaubliche 6.400 Euro für das Waisenhaus St. Moses gesammelt. Insgesamt und mit dem Projekt Make a Difference sind es mittlerweile über 20.000 Euro und so konnte zum Beispiel ein Zaun ringsum das Gelände finanziert werden, der die Kinder nachts vor Entführungen schützt. Darüber hinaus unterstützt Lenas Projekt mittlerweile auch die Sosolya Dance and Drumming Academy. Sie bringt Kindern aus dem Slums von Kampala Tanz, Gesang, Schauspiel und das Musizieren von traditionellen Instrumenten bei.

Wer Lust und Interesse hat, Make a Difference zu unterstützen, zum Beispiel in Social Media, der kann sich gerne unter folgender E-mail melden:
lelivy@web.de

Geldspenden für das Projekt Make a Difference sind natürlich jederzeit willkommen:
Empfänger: Lena Glemser
IBAN: DE62 2001 0020 0 555990201
BIC/SWIFT: PBNKDEFF

Fotos: Jakob Nonnen

 

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