Bücher mit Suchtfaktor

“Ein schönes Buch gibt dem Kopf Inspiration – und der Hand Zärtlichkeit.”

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Wer ein Buch im Verlag Hermann Schmidt bestellt, bekommt seiner Bücherlieferung eine Postkarte beigelegt. Als ich das erste mal ein Buch über typografie.de bestellt hatte und mir beim Öffnen des Päckchens diese Karte in die Hand viel, freute ich mich über dieses kleine aber feine Detail. Und dann sah ich, dass die Rückseite der Karte auch beschrieben war und zwar handbeschrieben – ehrlich gestanden, war ich von so viel Liebe zum Detail richtiggehend gerührt. (Aus Erfahrung kann ich mittlerweile sagen: es steht nicht immer derselbe Spruch auf der Karte geschrieben.) Spätestens in dem Moment war es um mich geschehen: Ich bin süchtig nach den liebevoll, kreativ, ausgefallen und manchmal auch einfach ungewöhnlich gestalteten Büchern aus dem Verlag Hermann Schmidt.

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Die Empfehlung eines Freundes

Mein erstes Buch aus dem Mainzer Verlag empfahl mir ein Freund, auf dessen Meinung ich großen Wert lege, mit den Worten “Lies das Buch unbedingt, es hat mein Leben verändert.” Das war auf jeden Fall eine Ansage, die mich neugierig gemacht hat und zugleich Schmunzeln ließ, weil ich direkt an BuzzFeed und Clickbaiting denken musste. Trotzdem las ich “Die Kunst ein kreatives Leben zu führen” von Frank Berzbach. Und was soll ich sagen: es veränderte tatsächlich mein Leben, zumindest trug es zu gewissen Veränderungen einen Teil bei. Dass ich zusammen mit meiner Herzensfreundin Helene HiER + DA umgesetzt habe (die Idee war schon vorher in unseren Köpfen) und dass ich seit Anfang des Jahres nur noch vier Tage in der Woche arbeite, hat tatsächlich mit diesem Buch zu tun. Der Untertitel des Buches lautet “Anregung zu Achtsamkeit” und ja, die Worte von Frank Berzbach gaben mir den ersten Anstoß über manche Dinge nachzudenken, die Gedanken des Autors gaben mir Inspiration und veränderten meine Sichtweise auf Vieles. Das Buch lädt ein – zu einem stillen Gespräch, zum leisen Denken und zum Hinterfragen von ungeschriebenen Gesetzen. Das versprach das Vorwort. Und das Buch hielt dieses Versprechen.

Wer 45 Minuten Zeit hat, dem kann ich dieses Video ans Herz legen (nehmt euch diese Zeit – es lohnt sich), gedreht im wunderbaren Buch- und Designshop „Siebter Himmel“, in Köln:

Lesung Dr. Frank Berzbach – „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“

Das Geheimnis dahinter

Nun bin ich kein Insighter der Verlagsbranche, habe bisher weder hinter die Kulissen des Verlags geschaut, noch bin ich sonst ein Experte, wenn es um Bücher geht. Dennoch steht für mich fest, warum die Bücher dieses Verlags auf mich so eine anziehende Wirkung haben: Es ist die Liebe zum Detail,  die in den Büchern durch die Gestaltung und die Auswahl der Inhalte, aber eben auch durch eine kleine Postkarte zu spüren sind. Denn auch wenn es sich um einen Fachverlag handelt, an dessen Themenwelt ich aufgrund meines Jobs relativ nah dran bin, so haben die Menschen beim Hermann Schmidt Verlag doch auch stets tolle Ideen, die überhaupt nichts mit der Design-, Marketing- oder Werbebranche zu tun haben: Im September erscheint zum Beispiel der An Apple a Day Kalender 2017. Und wenn ich lese, dass die Idee dazu so entstand: „An einem sonnigen Herbstnachmittag saßen wir mit Jochen Rädeker im lichten Schatten erntereifer Obstbäume. Wir aßen Äpfel und sprachen über Gott und die Welt“, dann habe ich einfach nur Lust, mir diesen Kalender zu bestellen und freue mich auf den 1. Januar 2017. 

Meine Affinität zum Verlag entsteht aber sicher auch durch die zum Teil unkonventionelle und transparente Herangehensweise an Buchprojekte. Im Verlegervorwort von “Die Kunst ein kreatives Leben zu führen” steht:

“[…] Als Frank uns […] vorschlug ein Buch über Achtsamkeit zu schreiben, waren wir sofort angetan. Und wir verabredeten etwas, das in der Verlagsbranche inzwischen unvorstellbar ist: Es gab keinen Terminplan. Keine Vorankündigung, kein Cover in der Vorschau, keine Messe-Dummys, nichts dergleichen. Stattdessen gab es Zeit. Es gab Monate, in denen wir nichts von einander hörten. Es gab Briefe – ja diese altmodischen Dinger, die der Postbote einwirft und die keine Rechnungen sind. […] Es gab Anmerkungen, Anregungen, das Projekt wuchs. Es wuchs langsam. Mit Bedacht. […]”

Das beeindruckt mich nachhaltig und nachdem ich das Buch gelesen habe, wuchsen in mir Ideen heran, die ich langsam und mit Bedacht umgesetzt habe. Danke für diese Inspiration!

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