„Die Idee zu Woodberg entstand im Suff“

Ein BWLer und ein Jurist gründen einen Online-Shop. Wenn ihr jetzt denkt: „Oha, das hat bestimmt irgendwas mit aufgestellten Kragen zu tun und ist langweilig“ – weit gefehlt!

Armin und Christian, wie seid ihr auf die Idee gekommen, im Internet Männer-Kosmetikprodukte anzubieten?
Um ehrlich zu sein, Woodberg ist begünstigt durch Alkohol entstanden… ach, was soll der Euphemismus: Es ist klassisch im Suff entstanden. Wir waren genervt davon, dass man hier in Deutschland gute und natürliche Produkte für Männer kaum finden konnte, schon gar nicht online. Dazu kam, dass uns die (wenigen) bestehenden Onlineshops ziemlich abschreckten. Sowohl aus der Design-Brille, als auch inhaltlich. Überladenes Einkaufserlebnis, keine klaren Produktbeschreibungen, keine Hintergrundinfos und meist auch nur Produkte aus dem Herzen des Massenmarkts. Das wollten wir ändern.

Frust im Suff führte also zur Gründung von Woodberg?
Exakt. Erlebte Einkaufsenttäuschungen, in Verbindung mit der Trinklaune, haben uns über die Mühen, die so ein Projekt mit sich bringen würde, hinwegsehen lassen. Wir haben voller Enthusiasmus gesagt, dass wir quasi sofort und trotz unserer bestehenden Jobs einen Onlineshop bauen und loslegen wollen.

Was macht ihr denn (Haupt)beruflich?
Christian hat klassisch BWL studiert und anschließend in einem erfolgreichen Online-Start-up für Sneaker sein Unwesen getrieben. Ich bin von Haus aus Jurist, was ich bei einer größeren Wirtschaftsberatung auslebe.

Ihr wart also durch Alkohol beschwingt und wurdet dann wahrscheinlich von der Anfangs-Euphorie weitergetragen – aber jetzt mal ehrlich, so eine Gründung ist nie einfach… Was war euer innerer Antrieb und was hat euch an eure Idee glauben lassen?
Der Antrieb war und ist der Spaß daran, die Ergebnisse aller einzelnen kleinen und großen Arbeitsschritte zu sehen und zu spüren sowie das direkte und positive Feedback der Kunden zu bekommen. Wir haben Kunden aus England, die bei uns bestellen und uns sagen, dass sie sich auf unsere Pakete mehr freuen, als aufs lange Ausschlafen am Wochenende. Oder wiederum welche, die uns so vertrauen, dass sie uns einfach nur einen Betrag nennen und möchten, dass wir für sie aussuchen. Das macht uns stolz und glücklich und ist ein nicht zu unterschätzender Motor, der uns antreibt.

Euer Antrieb sind also die Kunden – sicherlich ein bestimmter Schlag Mensch. Beeinflusst eure Art Produkte auszuwählen auch eure Fans, die bei euch einkaufen?
Auf jeden Fall, schließlich haben wir klare Kriterien bei unserer Produktauswahl. Zum einen sollte das Unternehmen nicht den absoluten Massenmarkt bedienen. Die Liebe zum Detail der Produzenten sollte anhand der verwendeten Inhaltsstoffe, der Produktionsweise, der Aufmachung und der Rahmenbedingungen zu spüren sein. Durch eine so bestimmte Auswahl, beeinflussen wir auch unseren Kundenstamm.
Dann haben wir noch harte Fakten, die auch unsere Kunden wichtig finden:
keine Tierversuche

  • ohne aggressive Inhaltsstoffe
  • die Wirksamkeit muss gegeben sein
  • und die Produkte müssen uns persönlich gefallen

Und warum auch vegane Produkte?
Die immer mehr verbreitete, bewusste Lebensweisen außerhalb des Kosmetik-Kosmos‘ haben dafür gesorgt, dass alles was unseren Körper betrifft genauer und intelligenter hinterfragt wird. Somit war es nur folgerichtig, dass nicht nur die Produkte, die man quasi als Brennstoff in den Körper hinein gibt den qualitativen und ethischen Ansprüchen unserer Zeit gerecht werden. Sondern eben auch diejenigen, mit denen wir unseren Körper von außen Pflegen. Für uns ist es einfach konsequent, dass vegane Kosmetik gefragter denn je ist.

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Triumph & Desaster Gameface Moisturiser und Buckler’s Chapped Skin Remedy (vegan!)

Was macht eure Produktauswahl noch besonders?
Wir testen alles persönlich, bevor es in den Shop kommt. Das bedeutet, dass wir uns auch mal nen Bart wachsen lassen, um beispielsweise Bartshampoos und -Öle testen zu können. Erst wenn uns das Getestete zusagt, und unsere Kriterien natürlich erfüllt sind, dann kommt das Produkt in den Shop. Zudem haben wir viele relevante Marken aus dem Ausland, die hier in Deutschland schwer erhältlich sind.

Beim Thema Bart denkt natürlich jeder gleich an Hipster mit Turnbeutel und ner großen Brille ;-). Verkauft ihr eure Produkte auch an Normalos?
Nein, nur an Hipster! Hehe… natürlich nicht!
Bei uns kaufen jüngere aber auch stilbewusste ältere Männer ein. Zudem haben wir viele Frauen als Kunden (für ihre Männer). Ein großer Teil unserer Kunden sind tatsächlich Bartträger aber auch das Gegenstück dazu, der traditionelle Nassrasierer. Was uns aber besonders freut, auch der “Normalo”, der einfach eine gute Gesichtscreme, ein wirksames Deo oder natürliches Shampoo fernab des Massenmarkts ausprobieren möchte, zählt zu unseren Kunden.

Helene und ich haben Wochen, wenn nicht gar monatelang mit der Namensfindung für unsren Blog gerungen. Wie seid ihr auf Woodberg gekommen und was bedeutet der Name für euch?
Mit dem Namen Woodberg verbinden wir Natur und Männlichkeit. Zwei zentrale Themen unseres Onlineshops. Und, um wieder ehrlich zu sein, der Name ist am selbigen, von Trinklaune geprägten, Abend entstanden. Das ging bei uns also etwas schneller. Und wenn wir uns mal für etwas entschieden haben, dann sind wir schwer davon abzubringen! Das war schon immer so.

Butter bei die Fische: War es wirklich ein Gründungsprozess völlig ohne Probleme?
Klar, mega smooth und entspannt ;-).
Natürlich nicht immer! Aber durch den Spaß an der Sache und die Überzeugung hinter der Idee haben wir alles gut hinbekommen. Der Ritt durch die Ämter war schnell erledigt, die Zollfragen und rechtlichen Themen haben wir ohne weiteres geklärt und die ganzen Meetings und Aufgaben, die wir hatten, haben wir mit privaten Verabredungen verbinden können, sodass wir uns auch immer drauf freuen konnten. Schwierig wurde es nur bei dem Thema Zeit – Wann? Wie? Wo? Das hat sich bis heute durchgezogen. Wann bringen wir die ganzen Punkte, die wir vorhaben in unseren Zeitplan unter? Das ist die größte Herausforderung.

Bedeutet das, dass ihr eher einen Gang zurück schaltet? Oder geht ihr „All-in“ und darf die darmstädter Männerwelt vielleicht sogar davon träumen, eure mit viel Liebe ausgesuchten Produkte irgendwann mit persönlicher Beratung in einem Laden zu kaufen?
Ganz klar „All-in“! Wir haben eine klare Vision: Wir möchten den Onlineshop vorantreiben und unsere Reichweite erhöhen, sodass wir mittelfristig in einer schönen und passenden Darmstädter-Lage genau das, nämlich einen Offline-Laden als Ergänzung zum Online-Angebot eröffnen können.

Ui! Gibt es schon konkrete Pläne?
Um mal Tacheles zu sprechen: Die Schulstraße wäre genau unser Ding… wer weiß, vielleicht klappt es ja bald damit und wir können den Darmstädter Kunden beim Verkaufen auch mal die Hände schütteln.

Fotos: Woodberg

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